Borsos, Miklós Warten auf Godot
Beschreibung
In der selten gezeigten Tuschearbeit „Warten auf Godot“ verdichtet Borsos Miklós seine bildhauerische Denkweise zu einer reduzierten, fast asketischen Bildsprache. Zwei vertikal aufragende, dunkel modulierte Formen stehen einander gegenüber oder nebeneinander – zugleich Figur und Zeichen. Ihre Körperhaftigkeit entsteht allein aus dem Spiel von Licht und Schatten, aus Verdichtung und Auflösung der Tusche.
Die Anspielung auf Samuel Becketts gleichnamiges Drama eröffnet eine existentielle Dimension: Das Motiv des Wartens wird hier nicht narrativ, sondern als Zustand erfahrbar – still, gespannt, zeitenthoben. In der scheinbaren Unbestimmtheit liegt jene innere Ruhe, die Borsos’ gesamtes Werk prägt.
Gerade im Kontext der Ausstellung zeigt sich, wie eng seine grafischen Arbeiten mit der Plastik verbunden sind: Die Figuren wirken wie skulptural gedacht, aus dem Raum heraus entwickelt, und zugleich auf ein Minimum reduziert. So wird die Zeichnung zur poetischen Essenz seiner künstlerischen Haltung – eine leise, konzentrierte Meditation über Präsenz, Beziehung und Zeit.
Details
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