Duschanek, János Bacchus
Beschreibung
Duschanek János’ Bacchus verbindet auf unverwechselbare Weise mythologische, sakrale und volkstümlich-ikonografische Elemente. In der Mitte der Komposition begegnet der jugendliche Bacchus – nackt, bekrönt und mit Weinranken ausgestattet – einer sitzenden weiblichen Figur, die einen kostbaren Kelch erhebt. Diese zentrale Szene der Ekstase und Verführung entfaltet sich auf einem ornamentalen Teppich, der wie eine Bühne oder ein rituelles Podium wirkt, während die beiden Protagonisten durch ihre sinnliche Körperlichkeit den weltlichen Kern des dionysischen Mythos vermitteln. Die umgebenden Figuren, in farbenprächtigen, historisierenden Gewändern, zitieren bewusst die visuelle Sprache der mittelalterlich-byzantinischen Ikonenmalerei: goldene Scheiben, herrscherartige Kopfbedeckungen, stabähnliche Insignien und der Einsatz von Goldblättchen verweisen auf sakrale Bildtraditionen, die Duschanek jedoch ironisch bricht. Die knappe Distanz zwischen religiöser Form und sinnlicher Darstellung erzeugt eine spannungsreiche Dialektik von Heiligkeit und Profanität, die dem Werk eine fast karnevaleske, zugleich poetisch-allegorische Qualität verleiht.
Rechts im Hintergrund taucht der Reiter vor einem Kirchturm auf – ein Motiv, das an die erzählerische Welt osteuropäischer Volkskunst erinnert und das Bild in eine mythisch-landschaftliche Erzählung einbettet. Im Auktionskontext präsentiert sich Bacchus als ein charakteristisches Schlüsselwerk im Œuvre des Künstlers, das seine Fähigkeit zeigt, sakrale Formate mit weltlicher Ausgelassenheit, ikonografischer Gelehrsamkeit und subtiler Ironie zu verschmelzen. Durch die bewusste Verwendung von Gold und die Inszenierung einer rituellen, doch entmystifizierten Szene gelingt Duschanek ein Werk, das gleichzeitig an die Tradition der Ikonenmalerei erinnert und sie eigenwillig transformiert. Bacchus steht damit beispielhaft für den postmodernen Umgang mit Mythos, Körper und Spiritualität in der osteuropäischen Kunst des späten 20. Jahrhunderts."
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